Gewalt im Alltag: Was Geschlechterrollen mit Gewalt zu tun haben

Datum/Zeit:
20.11.2026 - 22.11.2026
10:00

Termin nur für Frauen?
Nein

Name Veranstalter/in:
Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung, Magdalena Blüchert

Homepage:
kwb-stiftung.de/gia26

Kategorien:


Details:

Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung lädt vom 20. bis 22. November zu einem einmaligen, kostenlosen Digitalformat ein | Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, NGOs, Hilfelandschaft und Betroffenenperspektive diskutieren Gewalt im privaten, digitalen und öffentlichen Raum

Gewalt beginnt nicht erst dort, wo sie körperlich sichtbar wird. Sie zeigt sich in Beziehungen und Familien, im Netz und im öffentlichen Raum. Sie hängt mit Macht, gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenbildern zusammen und trifft Menschen auf unterschiedliche Weise. Doch warum ist Gewalt in unserer Gesellschaft so eng mit Geschlechterrollen verbunden? Welche Strukturen begünstigen sie? Und was muss sich verändern, damit Prävention früher ansetzt?

Diesen Fragen widmet sich die Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung vom 20. bis 22. November 2026 mit dem digitalen Format „Gewalt im Alltag: Gewalt und Geschlechterrollen“. Die dreitägige Veranstaltung ist kostenlos und digital zugänglich und bringt Fachleute aus Wissenschaft, Beratung, Opferschutz, Prävention, Politik und Zivilgesellschaft sowie Betroffene zusammen. In kurzen Impulsen und anschließenden Dialogrunden werden unterschiedliche Perspektiven miteinander verbunden.

Drei Tage, drei Lebensbereiche

Jeder Veranstaltungstag nimmt einen anderen Raum in den Blick.
Tag 1 widmet sich dem privaten Raum: Wie entstehen und verfestigen sich
Gewaltstrukturen in Partnerschaften, Familien und anderen engen sozialen
Beziehungen? Warum bleibt Gewalt hier so häufig im Dunkelfeld? Und welchen
Einfluss haben tradierte Geschlechterrollen und Machtverhältnisse? Neben der
Analyse geht es um Hilfsangebote, Täterarbeit, Prävention und bestehende
strukturelle Lücken.

Tag 2 richtet den Blick auf den digitalen Raum: Hass, Bedrohungen, sexualisierte
Übergriffe, antifeministische Narrative und Radikalisierung sind längst Teil digitaler
Lebenswelten. Diskutiert wird, warum bestimmte Gruppen besonders stark von
digitaler Gewalt betroffen sind, welche Rolle traditionelle Geschlechterbilder dabei
spielen und welche Verantwortung Plattformen, Politik und Nutzer*innen tragen.

Tag 3 beschäftigt sich mit dem öffentlichen Raum: Wer kann sich
selbstverständlich durch eine Stadt bewegen, wer meidet bestimmte Orte und
Situationen? Wie beeinflussen Geschlechterrollen das Sicherheitsempfinden? Und
warum konzentriert sich der gesellschaftliche Umgang mit Gewalt häufig darauf,
potenzielle Opfer zu schützen, statt stärker an ihren Ursachen anzusetzen?

Zu den Mitwirkenden gehören unter anderem:

• Jutta Allmendinger, Soziologin
• Tara-Louise Wittwer, Kulturwissenschaftlerin und Autorin
• Tristan Horx, Zukunftsforscher und Autor
• Susanne Kaiser, Journalistin und Autorin
• Anne Dittmann, Journalistin und Autorin mit Schwerpunkt Familienpolitik
• Aljosha Muttardi, Arzt und Aktivist
• Johanna Sigl, Professorin mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Antifeminismus und sexualisierte Gewalt
• Monika Schröttle, Leiterin des Forschungsbereichs „Gender, Gewalt und Menschenrechte“
• Arn Sauer, Direktor der Bundesstiftung Gleichstellung

Weitere Expert*innen aus Wissenschaft, Beratung, Prävention, Politik und Zivilgesellschaft ergänzen das dreitägige Programm.

Die Mischung ist bewusst gewählt: Wissenschaftliche Erkenntnisse treffen auf Erfahrungen aus Beratungsstellen und Hilfsangeboten, gesellschaftspolitische Perspektiven auf die Realität von Menschen, die Gewalt erleben oder mit ihren Folgen arbeiten.

Gewalt sichtbar machen, bevor sie eskaliert

Die Veranstaltung versteht sich dabei nicht als Fachkongress für einen kleinen Expertenkreis. Das kostenlose digitale Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die sich informieren möchten, selbst Berührungspunkte mit dem Thema haben oder besser verstehen wollen, wie Gewalt, Macht und gesellschaftliche Rollenbilder zusammenhängen.

Für Magdalena Blüchert, Vorständin der Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung, und ihr Team ist gerade diese Zugänglichkeit entscheidend: Menschen sollen Informationen und Hilfsangebote finden können,
ohne sich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Gleichzeitig soll das Format Zusammenhänge sichtbar machen, die im Alltag häufig getrennt voneinander betrachtet werden oder auch noch gar nicht so lange als Gewalt anerkannt sind. Denn Gewalt im privaten Raum, Hass und Bedrohung im Netz oder Unsicherheit im
öffentlichen Raum haben unterschiedliche Erscheinungsformen. Die Veranstaltung stellt deshalb nicht nur die Frage, wo Gewalt stattfindet, sondern auch, welche gesellschaftlichen Mechanismen sie begünstigen und was Prävention leisten muss.

„Mir ist wichtig, dass Menschen nach diesen drei Tagen nicht mit dem Gefühl zurückbleiben, mit ihren Erfahrungen allein zu sein. Sie sollen wissen, wo sie Unterstützung finden. Gleichzeitig müssen wir als Gesellschaft darüber sprechen, welche Rollenbilder wir weitertragen und wie wir sie gemeinsam überwinden
können“, so Magdalena Blüchert.